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Wie Karan Singh frischen Frühlingswind in die Villages brachte

Der australische Künstler und Illustrator Karan Singh, der auffällige Farbpaletten und an optische Illusionen grenzende dynamische Muster liebt, verpasst unseren Open-Air-Locations passend zum Frühling einen frischen neuen Look.

Herrlich leuchtend, erfrischend minimalistisch und ein klein bisschen hypnotisierend: Die Kunst von Karan Singh ist genau das, was wir nach den letzten beiden Jahren brauchen. Der in Melbourne lebende Künstler, der sich digitale Illustration als Schüler selbst beibrachte, ist für seine Kunstwerke bekannt geworden, die mit einer farbenfrohen und verspielten Herangehensweise an die optische Kunst die Stimmung heben und die Wahrnehmung herausfordern.

Karan entwarf bereits Designs für Louis Vuitton, Nike und die Oscarverleihung, und stellte sich jetzt der Aufgabe, unseren unter freiem Himmel liegenden Villages für den Frühling einen dringend benötigten Endorphinschub zu verleihen. Wir haben mit ihm darüber gesprochen, wie sein Schaffensprozess aussieht, wo er Inspiration findet und darüber, warum sein Haus gerade grün ist ...

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Erzählen Sie uns etwas über Ihre Entwicklung als Künstler und Illustrator.

Karan: „Als ich noch zur Schule ging, bekam ich ein billiges Imitat eines Computerprogramms für kreatives Arbeiten, und fing einfach an, damit zu zeichnen. Ich war bald regelrecht besessen davon. Es vereinte meine beiden großen Lieben: Computer und das Zeichnen. Ich hatte nie die nötige Geduld, um zu lernen, wie man richtig zeichnet.

Ich trat online Design-Communitys bei, und als ich meinen Schulabschluss machte, wusste ich bereits, dass ich irgendetwas mit Design machen wollte. Mir war allerdings nicht bewusst, dass Illustration ein Job ist, bis ich mein Studium in Interaktivem Design abschloss. Meine erste Vollzeitstelle hatte ich nach dem Studium in einem Designstudio – ich war definitiv nicht qualifiziert, aber basierend auf meinem Portfolio gab man mir dort eine Chance.“

Ich glaube, ich kann Ihre Zeichnung für die Oscars im Hintergrund erkennen ... wie würden Sie selbst Ihren kreativen Stil beschreiben?

„Sie haben recht! Das ist vielleicht ein bisschen selbstgefällig von mir. Kurzgefasst kann man meinen Stil als zeitgemäße Version der Op-Art-Bewegung bezeichnen, in der Künstler wie Sol LeWitt und Bridget Riley mit optischen Illusionen mathematische Gleichungen in Kunst verwandelten. Was ich mache, interpretiert das Ganze neu, aber farbenfroher und verspielter – und ich animiere meine Werke auch.

Ich mache schon lange Kunst, die auf Mustern basiert, und habe immer Lust, meine Arbeit noch weiterzuentwickeln. Im Laufe der Zeit habe ich dabei auch mehr mit dem Farbenspiel experimentiert. Meine Kompositionen sind immer minimal, aber meine Kunstwerke wurden immer dreidimensionaler. Trotzdem basiert alles auf dem Gedanken daran, eine Idee so einfach und effektiv wie möglich zu kommunizieren.“

Es ist interessant, dass Sie das sagen, weil ich in unserem digitalen Zeitalter das Gefühl habe, dass man das Einfache braucht, um aus der hektischen Masse herauszustechen.

„Um ehrlich zu sein war das nie geplant. Es ist nur das, was ich schon immer gemacht habe. Dieser einfache Ansatz an das Vermitteln einer Botschaft und die Verwendung visueller Metaphern ist, denke ich, einer meiner konsistentesten Gedanken.“

Wie entscheiden Sie sich bei einem neuen Werk für eine Farbpalette und Komposition?

„Damit warte ich in der Regel bis zum Schluss, weil das der frustrierendste Teil der Arbeit ist – es ist, wie ein Puzzle zusammenzusetzen. Ich muss mit so wenigen Farben wie möglich so viele Details, so viel Tiefe und Dimension wie möglich vermitteln. Wenn man mit einer beschränkten Palette arbeitet, werden bestimmte Details wirklich hervorgehoben, man muss also sehr bewusst vorgehen.

Ich fange mit kontrastierenden hellen und dunklen Farben an, und schlage dann eine diagonale Brücke, die zwischen den beiden Polen eine Balance herstellt. Ich habe auch schon einen ganzen Tag damit verbracht, mein Lieblingsblau, mein Lieblingsgrün, mein Lieblingspink und mein Lieblingsgelb auszuwählen, und sie so zu arrangieren, dass ich mir sicher sein konnte, dass sie einander immer ergänzen.

Ich finde Farbkombinationen wirklich spannend. Das ist glaube ich das, wovon ich wirklich besessen bin: Wie Farben den Ton eines Kunstwerks definieren. Und das ist sehr subjektiv – man verwendet Farben, von denen man hofft, dass sie diese Emotion einfangen, und ich glaube, das ist auch das, was mich daran so fasziniert.“

I’m so excited by colour combinations, I think that’s still my biggest obsession: how colour defines the tone of a piece.

Karan Singh

Artist and illustrator

Und was ist aktuell Ihre Lieblingsfarbe?

„Eine sehr gute Frage. Ich glaube, es ist Grün: Smaragdgrün oder Zylinderputzergrün. Das ist schon verrückt – ich habe Grün eigentlich immer gehasst, in meinen alten Werken findet sich kaum Grün ... und jetzt kann ich nicht genug davon kriegen.“

Da liegen Sie voll im Trend. Pantone hat Grün zur Farbe des Jahres gekürt ...

„Vielleicht ist das auch alles nur unterbewusst und ich sauge so etwas einfach nur in mich auf wie ein Schwamm – ich lasse mich leicht beeinflussen. Immer, wenn ich neue Möbel brauche, denke ich ‚oh, wie wäre es mit diesem grünen Stück?‘. Dieser Trend wird aber genauso vorübergehen wie Millennial Pink vor ein paar Jahren. Auch das kam und ging wieder. Und dann sitzen wir hier alle mit unseren vielen grünen Dingen.“

Warum passt Ihr kreativer Stil Ihrer Meinung nach so gut zu Luxusmarken?

„Der Minimalismus hat etwas Reizvolles – er ist schlicht und elegant.“

Bei welchem Ihrer Werke hatten Sie am meisten Freude am Schaffensprozess, und warum?

„Oh, das ist eine schwierige Frage. Ich glaube, ich beschäftige mich immer am meisten mit dem Werk, an dem ich im Moment gerade arbeite. Aber es war natürlich schon surreal, die Oscarverleihung im Fernsehen anzusehen – als ich diese E-Mail bekommen habe, dachte ich mir ‚Okay, ich hab's geschafft. Jetzt kann ich glücklich sterben.‘“

Wie sprechen Ihre Werke ein digitales Publikum an?

„Bewegung spielt darin eine sehr große Rolle. Bewegte Inhalte sind so viel ansprechender. Ich fing an, hypnotisierende, psychedelische GIFs zu erstellen, und hatte Glück, dass die gerade sehr beliebt waren und sind. Um mein Publikum anzusprechen, versuche ich, meine Aktivität in den sozialen Medien auf ein Minimum zu beschränken und nur sehr bewusst zu posten – diese bedeutsamen Interaktionen sind mir sehr wichtig.“

Mit welchen Marken möchten Sie gerne noch zusammenarbeiten?

„Es wäre wirklich cool, mit einer High-Fashion-Marke eine Kapselkollektion, zum Beispiel einen Sneaker, zu entwerfen. Etwas Greifbares zu erschaffen, vor allem etwas, das man auch tragen kann, das wäre fantastisch.“

Sie haben schon in Australien, Amsterdam und Tokio gelebt. Wie haben sich diese unterschiedlichen Kulturen und Länder Ihrer Meinung nach auf Ihren künstlerischen Stil ausgewirkt?

„Am meisten beeinflusst hat mich wahrscheinlich Tokio. Die Herangehensweise der Menschen dort an alles – egal, ob Fähigkeiten, Waren, Speisen – besteht darin, eine Sache zu ehren, indem sie diese eine Sache wirklich gut machen. Das wirkte sich darauf aus, wie besessen ich damit bin, eine Illustration nur auf das Notwendigste zu reduzieren.“

Gibt es eine bestimmte Stadt, die Sie bei Ihrer Arbeit inspiriert?

„Ein Ort, durch den ich wirklich gerne spaziert bin, war Tanger in Marokko. Diese Stadt war völlig anders als jeder andere Ort, an dem ich jemals war. Was ich am liebsten mache, wenn ich auf Reisen bin, ist, die Leute zu beobachten. Daher war das einer meiner inspirierendsten Trips – ich wollte dort einfach nur draußen in einem Café sitzen und zusehen, wie die Welt an mir vorbeizieht.“

Gibt es irgendwelche Sehenswürdigkeiten, Museen oder aufstrebenden Künstler, die Sie empfehlen würden?

„Das Stedelijk Museum ist ein großartiges Museum für zeitgenössische Kunst in Amsterdam. Von außen sieht es aus wie eine Badewanne, aber ich bin mir nicht sicher, ob das Absicht ist oder nur mir so vorkommt. Als ich in Amsterdam gewohnt habe, war es eine meiner liebsten Freizeitbeschäftigungen, immer wieder mal einfach so mit meiner Saisonkarte in das Stedelijk Museum und das Rijksmuseum direkt daneben zu gehen. Ich habe mir gerne die niederländischen Meister im obersten Stockwerk angesehen, weil ich von ihnen gar nicht genug bekommen kann. Sie sind wirklich wunderschön.

Es gibt auch einen Künstler, dessen Werke ich gerade liebe, er heißt Bráulio Amado. Er ist ein portugiesischer Grafikdesigner, der in New York lebt. Ich liebe seine Werke; er schafft es, die Verspieltheit dessen einzufangen, was es heißt, ein Kind und ein Künstler zu sein, und er hat das nötige Selbstvertrauen, das offen zu zeigen.“

@madebykaran | madebykaran.com

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